Teste die Versickerung auf Ihrem Grundstück mit Regenwasser

Teste die Versickerung auf Ihrem Grundstück mit Regenwasser

Wenn es regnet, verschwindet das Wasser meist langsam im Boden – doch wie schnell das geschieht, hängt von der Bodenart und der Drainage Ihres Grundstücks ab. Wenn Sie planen, eine Rigole, ein Versickerungsbecken oder eine andere Form der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung anzulegen, ist es wichtig zu wissen, wie gut Ihr Boden Wasser aufnehmen kann. Zum Glück können Sie mit einfachen Mitteln selbst testen, wie versickerungsfähig Ihr Boden ist – am besten beim nächsten Regenschauer.
Warum die Versickerung testen?
Ein Versickerungstest zeigt, wie schnell Regenwasser in den Boden eindringt. Das ist entscheidend, wenn Sie Regenwasser auf Ihrem Grundstück zurückhalten oder versickern lassen möchten, anstatt es in die Kanalisation zu leiten. Ein gut durchlässiger Boden kann große Regenmengen aufnehmen, während ein dichter Lehmboden zu Pfützen und Staunässe führt.
Viele Kommunen verlangen einen Nachweis über die Versickerungsfähigkeit, wenn Sie eine Rigole oder ein anderes Versickerungssystem beantragen. Bevor Sie jedoch eine professionelle Untersuchung beauftragen, können Sie selbst eine einfache Probe durchführen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.
So führen Sie einen einfachen Versickerungstest durch
Sie benötigen nur wenige Werkzeuge – und der Regen hilft Ihnen, das natürliche Verhalten des Bodens zu beobachten.
Sie brauchen:
- Eine Schaufel oder einen Erdbohrer
- Einen Zollstock oder ein Lineal
- Einen Eimer oder eine Gießkanne
- Optional eine Stoppuhr oder das Handy mit Timerfunktion
Schritt für Schritt:
- Graben Sie ein Loch mit etwa 30 cm Durchmesser und 30 cm Tiefe. Diese Tiefe entspricht ungefähr der Lage einer typischen Rigole.
- Füllen Sie das Loch mit Wasser – entweder aus der Gießkanne oder indem Sie auf einen kräftigen Regenschauer warten.
- Messen Sie den Wasserstand und notieren Sie die Uhrzeit.
- Beobachten Sie, wie schnell das Wasser verschwindet. Wenn das Wasser innerhalb einer Stunde versickert, ist Ihr Boden sehr durchlässig. Dauert es mehrere Stunden, ist der Boden eher dicht.
- Wiederholen Sie den Test an verschiedenen Stellen, da die Bodenbeschaffenheit auf dem Grundstück variieren kann.
Sie können den Test auch nach längeren Regenperioden durchführen, wenn der Boden bereits feucht ist. So erhalten Sie ein realistisches Bild der Versickerung unter nassen Bedingungen.
Was das Ergebnis bedeutet
- Sandiger Boden: Das Wasser versickert schnell. Ideal für Versickerung, aber eventuell ist eine zusätzliche Filterung nötig, um das Grundwasser zu schützen.
- Lehmiger Boden: Das Wasser bleibt lange stehen. Hier sind oft Drainagen, bepflanzte Mulden oder kombinierte Lösungen sinnvoll.
- Mischboden: Das Wasser versickert langsam, aber stetig. Meist ausreichend für eine Rigole, wenn diese richtig dimensioniert ist.
Bleibt das Wasser länger als 24 Stunden im Loch stehen, sollten Sie andere Möglichkeiten als die direkte Versickerung in Betracht ziehen.
Nutzen Sie den Regen als natürlichen Test
Ein kräftiger Regenschauer ist die beste Gelegenheit, Ihr Grundstück zu beobachten:
- Wo sammelt sich Wasser?
- Wie schnell verschwinden Pfützen?
- Gibt es Bereiche, die dauerhaft feucht bleiben?
Solche Beobachtungen liefern wertvolle Hinweise, bevor Sie größere Maßnahmen planen. Machen Sie am besten Fotos während und nach dem Regen – das kann hilfreich sein, wenn Sie später eine Genehmigung bei Ihrer Kommune beantragen.
Wann eine professionelle Messung nötig ist
Der selbst durchgeführte Test gibt Ihnen eine gute Orientierung. Wenn Sie jedoch ein Bauvorhaben planen, das genehmigungspflichtig ist, verlangt die Kommune in der Regel eine professionelle Versickerungsprüfung. Diese wird nach standardisierten Verfahren durchgeführt und liefert genaue Daten über die Infiltrationsfähigkeit des Bodens.
Eine Fachuntersuchung kann außerdem zeigen, ob der Grundwasserspiegel hoch liegt oder ob undurchlässige Bodenschichten die Versickerung behindern – wichtige Informationen, bevor Sie mit dem Bau beginnen.
Machen Sie Regenwasser zur Ressource
Wenn Sie die Versickerungsfähigkeit Ihres Bodens kennen, können Sie gezielt Maßnahmen planen, die sowohl der Umwelt als auch Ihrem Garten zugutekommen. Regenwasser lässt sich zur Bewässerung nutzen, in bepflanzten Mulden speichern oder in Rigolen ableiten, die das Kanalnetz entlasten.
Mit einem einfachen Test gewinnen Sie wertvolles Wissen über Ihr Grundstück – und legen den Grundstein für eine nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung.















