Wenn die Überschwemmung kommt – so begrenzen Sie die Schäden

Wenn die Überschwemmung kommt – so begrenzen Sie die Schäden

Heftige Regenfälle, Starkregen oder über die Ufer tretende Flüsse – Überschwemmungen sind in Deutschland längst kein Ausnahmefall mehr. Besonders in Regionen entlang von Rhein, Elbe oder Donau, aber auch in Städten mit überlasteten Kanalnetzen, kann Wasser schnell in Keller, Gärten und Wohnungen eindringen. Doch auch wenn Sie das Wetter nicht beeinflussen können, können Sie viel tun, um Schäden zu vermeiden oder zu begrenzen – vor, während und nach dem Hochwasser. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Zuhause bestmöglich schützen.
Vor dem Hochwasser – Vorsorge ist der beste Schutz
Die wichtigste Maßnahme gegen Hochwasserschäden ist rechtzeitige Vorbereitung. Viele Schäden lassen sich mit einfachen Schritten verhindern.
- Abläufe und Dachrinnen prüfen – Halten Sie Dachrinnen, Fallrohre und Gullys frei von Laub und Schmutz, damit Regenwasser ungehindert abfließen kann.
- Rückstauklappe installieren – Eine Rückstauklappe verhindert, dass Abwasser aus der Kanalisation in den Keller zurückdrückt, wenn das System überlastet ist.
- Gelände anpassen – Achten Sie darauf, dass das Gelände rund ums Haus vom Gebäude weg abfällt, damit Regenwasser nicht an die Wände drängt.
- Wertgegenstände sichern – Lagern Sie wichtige Dokumente, Elektrogeräte und Möbel nicht direkt auf dem Kellerboden, sondern erhöht oder in wasserdichten Boxen.
- Regenwasserversickerung nutzen – Zisternen, Rigolen oder Versickerungsmulden entlasten die Kanalisation und helfen, Wasser auf dem Grundstück zu halten.
Vorsorge kostet etwas Zeit und Geld, kann Ihnen aber im Ernstfall hohe Reparaturkosten und viel Ärger ersparen.
Wenn das Wasser steigt – richtig reagieren
Kommt das Wasser näher, ist besonnenes, aber schnelles Handeln gefragt.
- Strom abschalten, wenn es gefahrlos möglich ist. Wasser und Elektrizität sind eine lebensgefährliche Kombination.
- Möbel und Geräte in Sicherheit bringen – Räumen Sie bewegliche Gegenstände in höhere Etagen oder auf stabile Podeste.
- Sandsäcke oder mobile Barrieren einsetzen – Dichten Sie Türen, Kellerfenster und Lichtschächte ab, um den Wassereintritt zu verlangsamen.
- Kanalisation nicht belasten – Spülen Sie keine Toiletten und nutzen Sie keine Waschbecken, um zusätzlichen Rückstau zu vermeiden.
- Warnmeldungen beachten – Informieren Sie sich über Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und Hinweise Ihrer Kommune oder Feuerwehr.
Denken Sie immer zuerst an Ihre eigene Sicherheit und die Ihrer Familie. Sachwerte lassen sich ersetzen – Menschenleben nicht.
Nach der Überschwemmung – Aufräumen und Schäden begrenzen
Wenn das Wasser zurückgeht, beginnt die eigentliche Arbeit. Schnelles Handeln verhindert Folgeschäden durch Feuchtigkeit und Schimmel.
- Schäden dokumentieren – Fotografieren Sie alle betroffenen Bereiche, bevor Sie mit der Reinigung beginnen. Diese Nachweise sind wichtig für die Versicherung.
- Versicherung informieren – Melden Sie den Schaden umgehend Ihrer Wohngebäude- oder Elementarschadenversicherung und folgen Sie deren Anweisungen.
- Wasser und Feuchtigkeit entfernen – Nutzen Sie Pumpen, Nasssauger und Entfeuchter. Je schneller Sie trocknen, desto geringer ist das Risiko für Schimmelbildung.
- Gründlich reinigen – Besonders bei Kontakt mit Abwasser ist Desinfektion wichtig. Tragen Sie Handschuhe und Schutzkleidung.
- Elektrik prüfen lassen – Bevor Sie den Strom wieder einschalten, sollte ein Fachbetrieb die elektrischen Anlagen kontrollieren.
Wenn Ihr Haus wieder trocken ist, lohnt es sich, über dauerhafte Schutzmaßnahmen nachzudenken.
Aus der Erfahrung lernen – das Haus widerstandsfähiger machen
Nach einem Hochwasser ist der richtige Zeitpunkt, um Schwachstellen zu erkennen und Verbesserungen umzusetzen. Vielleicht ist eine Rückstauklappe nötig, oder Sie sollten Kellerfenster abdichten oder das Gelände umgestalten. Viele Städte und Gemeinden fördern Maßnahmen zur Klimaanpassung – informieren Sie sich über Zuschüsse oder Beratungsangebote.
Auch ein Gespräch mit einem Fachbetrieb für Entwässerung oder Hochwasserschutz kann helfen, Ihr Haus besser auf künftige Extremwetter vorzubereiten.
Ein Zuhause, das dem Klima standhält
Der Klimawandel führt dazu, dass Starkregen und Hochwasser häufiger auftreten. Deshalb geht es nicht nur um Schadensbegrenzung, sondern um langfristige Anpassung. Ein Haus, das auf Wasser vorbereitet ist, bietet mehr Sicherheit – für Sie, Ihre Familie und die Umwelt.
Mit guter Vorsorge, richtigem Verhalten im Ernstfall und konsequenter Sanierung danach können Sie die Folgen einer Überschwemmung deutlich mindern – und beim nächsten Mal gelassener bleiben.















